Schon ein ganzer Monat ist vergangen seitdem ich in Ghana angekommen bin. Ein Monat und noch elf weitere liegen vor mir. Auch die Unsicherheit mit der ich anfangs noch in jedes Trotro gestiegen bin vergeht langsam. Dies hab ich allerdings nicht nur meinen Mitfreiwilligen zu verdanken, sondern auch den Ghanaern und hauptsächlich den Jungs im Kinderheim die mich von Anfang an so nett aufgenommen haben. Leider musste ich mich gestern schon von einigen von ihnen vorerst verabschieden, da in Ghana diesen Montag die Schule wieder begonnen hat und ein paar von ihnen in einem anderen Ort zur Schule gehen. Dazu gehören Kankam und Prince, Zwei Jungs deren Mütter im Kinderheim arbeiten. Sowie Daniel, der als Lehrer am Lake Bosumtwi unterrichtet. Und Solomon, der an der Tech Universität Ingenieurwissenschaften studiert und nur in den Ferien im Kinderheim lebt.Auch wenn ich die Jungs erst einen Monat kannte viel mir der Abschied nicht grade leicht,daher freu ich mich besonders darauf, Weihnachten mit ihnen zusammen im Kinderheim zu feiern.Im Moment befinden wir uns auf dem Weg nach Accra, in die Hauptstadt, um unser Visum zu verlängern und unser Work permit zu beantragen. Nachdem wir knappe 2 Stunden am „Busbahnhof“ verbracht hatten, hier gibt es nämlich keine bestimmten Zeiten, sondern es wird losgefahren wenn im Bus jeder Platz belegt ist, steigen wir in den Bus. Wer jetzt davon ausgeht, dass der Bus direkt losfährt hat falsch gedacht. Ein Verkäufer nach dem nächsten betritt den Bus und bietet einen neben Zahnbürsten und Sandalen auch gekochte Eier, plantain Chips und Reis an. Da seit dem Frühstück schon einige Stunden vergangen sind, hol ich mir eine Portion Joloff Rice, dafür bezahlt man hier 7 Cedi, das sind knapp 1,10€.Endlich losgefahren, nach nochmal einer halben Stunde warten, sind wir alle bereit zum schlafen und haben schon die Kopfhörer in den Ohren. Plötzlich hört man aus den hinteren Reihen die lauten schreie einer Frau. Sie hält eine Predigt, mitten im Bus mit einer Bibel in der Hand. Etwas ganz normales hier in Ghana. Auch mal ein paar Stunden im nirgendwo stehen zu bleiben weil die Pedale des Busses kaputt sind, scheint nicht unüblich zu sein. Als zwei weitere Busse eintreffen, wird uns im größeren Bus gesagt dass nur der kleinere Bus nach Accra weiter fährt und der große Bus in eine Nachbarstadt. Aufstehen, Sachen zusammen packen und in den kleineren Bus heißt es für uns, dieser ist allerdings schon vollkommen belegt, auch zurück im größeren Bus finden wir zuerst keine Plätze mehr, bis ein paar nette ghanaer ihre Plätze räumen und für uns Platz machen. Ein viel zu anstrengender Vormittag.